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Neues Mehrzweckboot an die Feuerwehr Vlotho übergeben: Für Einsätze auf dem Wasser  bestens gerüstet!
Kleine Feierstunde an der Weser, Probefahrt mit Lokalprominenz


Neues Mehrzweckboot

Die Feuerwehr Vlotho kann in Zukunft bei Unglücksfällen auf der „Bundeswasserstraße“ Weser noch schnellere und effizientere Hilfe leisten. Anfang Mai wurde nämlich ein neues Mehrzweckboot an die Wehr übergeben. Das moderne Rettungsgerät unterscheidet sich mit seinem markanten silberfarbenen  Flachbodenrumpf aus Aluminium und zahlreichen weiteren Ausstattungsdetails gänzlich vom Vorgängermodell aus rotem Kunststoff, das nach mehr als 20 Dienstjahren ausgemustert wurde.
Zur offiziellen Bootsübergabe konnte Vlothos Stadtbrandinspektor Torsten Sievering am Abend den stellvertretenden Bürgermeister Ulrich Sturhahn und weitere Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie  Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer im Vlothoer Hafen begrüßen. Daneben galten Ortsbrandmeister Andreas Brümmer und „seinen Mannen“ von der befreundeten Feuerwehr Müsleringen (Gemeinde Stolzenau/Weser, Landkreis Nienburg, NS) herzliche Willkommensgrüße. Die Mannschaft des Löschzugs Vlotho hatte zu der Feierstunde neben ihrem Leiter Dirk Rethmeier am Weserufer Aufstellung genommen; am Holzsteg unterhalb lag derweil das Mehrzweckboot fest vertaut im Weserwasser.
„Das neue Boot macht auf mich einen sehr soliden Eindruck“, sagte Vlothos stellvertretender Bürgermeister Ulrich Sturhahn. Mit 100 PS sei das Gefährt gut motorisiert, schließlich habe der Weserstrom im Bereich Vlotho eine starke Strömungsgeschwindigkeit. Der Fluss sei durch die nahe Camping- und Freizeitanlage Borlefzen gerade bei Sportbootfahrern sehr beliebt. Deren kleine Boote könnten durch starken Wellenschlag und Sog leicht kentern, meinte der Politiker, der nach eigenem Bekunden selbst Wassersport  begeistert ist. Alle Fraktionen hätten deshalb für die Neuanschaffung gestimmt, sagte Sturhahn. „Die 45.000 Euro dafür sind gut angelegtes Geld!“. Auch Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer hob die Übergabe des neuen Wasserfahrzeugs als besonderes Ereignis hervor. Schließlich sei er sonst üblicherweise zur Übergabe von  Straßenfahrzeugen  eingeladen. Der Kreisbrandmeister betonte nochmals, dass der Weserstrom nicht zu unterschätzen sei. Das habe er selbst vor einigen Jahren bei einem missglückten Wendemanöver auf dem Fluss zu spüren bekommen. Als Präsent mit Symbolcharakter überreichte der Kreisbrandmeister und passionierte Sportbootfahrer ein blau-rot geschmücktes Stechpaddel an Wehrführer Torsten Sievering.
Sievering erläuterte anschließend einige Details zum neuen Mehrzweckboot. „Nach dem Brandschutzbedarfsplan ist die Feuerwehr Vlotho verpflichtet, innerhalb einer bestimmten Hilfsfrist auf der Weser einsatzbereit zu sein.“ Das Einsatzgebiet erstrecke sich dabei über rund 8 Kilometer vom Kalletal bis nach Bad Oeynhausen. Zu rund fünf Einsätzen auf dem Strom werde die Wehr jährlich gerufen. Dann gehe es fast immer um die Rettung von Menschen. Das 6 Meter lange Flachbodenboot sei gerade für Rettungs- und Hilfeleistungs-aktionen im Uferbereich hervorragend geeignet. Die Bugklappe ermögliche ferner eine patientengerechte Rettung, was mit dem alten Bootstyp nicht möglich gewesen sei, sagte Sievering. Für acht Personen biete das Gefährt Platz. Zur Ausrüstung zählte eine Tragkraftspritze (TS 8), die fest im Bootskörper verlastet sei. Das Löschwasser werde dabei über einen Stutzen direkt aus der Weser angesaugt und über ein Wenderohr abgegeben. Daneben verfüge das Boot über einen sogenannten „Fish-Finder“, mit dem Hindernisse im Wasser erkannt werden könnten. Die Funkanlage sei übrigens in Eigenleistung eingebaut worden. „Der neue Bootsanhänger ermöglicht ferner ein schnelles Zuwasserlassen“, so Sievering.
Zusammen mit der Feuerwehr Rinteln hätten zehn Feuerwehrleute aus Vlotho bereits im Jahr 2008 erfolgreich an einem „Bootsführerschein Binnengewässer“ teilgenommen. Ein solcher Führerschein sei schließlich Voraussetzung, um das Mehrzweckboot über die Weser lenken zu dürfen, sagte Torsten Sievering.
Nach der offiziellen Schlüsselübergabe hatten der stellvertretende Bürgermeister, weitere Lokalprominenz und der Kreisbrandmeister zu einer ersten Ausfahrt an Bord Platz genommen. Dann starte Feuerwehrmann und Bootsführer Thomas Menke den 100 PS-Außenborder (Yamaha). Ein kraftvoller und sonorer Klang war zu hören. Wenig später „rauschte“ der Flachbootrumpf mit fast 40 Stundenkilometern über das Weserwasser. „Ich bin begeistert!“, sagte Ulrich Sturhahn nach der Rückkehr am Anleger und streifte sich die Schwimmweste von den Armen.
Das ausgemusterte Mehrzweckboot ist Übrigens auch noch in der Fahrzeughalle des Löschzugs Vlotho zu finden und wartet auf einen Käufer.
 
Jens Vogelsang
                                                                                                                            
 (Text u. Fotos)


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