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Das Jahr 2014 hat in Vlotho ein trauriges Ende genommen
Zwei Brandtote und eine Schwerverletzte nach Wohnungsbrand


Vlotho. Am Silvesterabend hat sich in Vlotho eine Tragödie ereignet. Beim Brand eines Wohnhauses starben eine 16-Jährige und ihr 79-jähriger Großvater. Eine 17-jährige Freundin des Mädchens, die sich zu Besuch aufgehalten hatte, wurde bei dem Unglück schwer verletzt. Feuerwehrleute retteten sie mit letzter Kraft aus dem Inferno. Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer zeigte sich in einer Stellungnahme bestürzt von dem tragischen Unglück.

Der Brand des Wohnhauses an der Straße Am Lichtensberg in Vlotho-Steinbründorf wurde der Feuerwehr gegen 22.50 Uhr gemeldet. Als die ersten Rettungskräfte vor Ort eintrafen, schlugen die Flammen schon aus dem Dach. Die Räume im Erd- und Obergeschoss standen im Vollbrand. „Aufgrund der massiven Brandausbreitung war das Gebäude über den Hauseingang bereits nicht mehr betretbar“, erläuterte Vlothos Wehrführer Torsten Sievering die ausweglose Lage. Wie die Polizei mitteilte, gab es zu diesem Zeitpunkt Erkenntnisse, dass sich noch Personen in dem Haus befinden sollten. Vor Ort spielten sich daraufhin dramatische Szenen ab. Feuerwehrleuten gelang es trotz des hohen Eigenrisikos in das Gebäude vorzudringen. Dabei rückte der erste Trupp über eine Steckleiter vor und verschaffte sich einen Zugang durch ein Fenster im ersten Obergeschoss. Mit dem Mut der Verzweiflung gelang es den Einsatzkräften, sich einen Weg durch Rauch und Flammen zu bahnen und ein 17-jähriges Mädchen durch eine sogenannte Crashrettung ins Freie zu bringen. Die junge Frau war bereits ohne Bewusstsein. Sie wurde vor Ort von einem Notarzt reanimiert und nach der Weiterversorgung in einem Herforder Krankenhaus in eine Spezialklinik verlegt. Für zwei weitere Menschen kam allerdings jede Hilfe zu spät. Feuerwehrleute bargen ihre Leichen aus der Brandruine. Es handelte sich um die 16-Jährige und ihren 79-jährigen Großvater. Die beiden Mädchen hatten sich zum Zeitpunkt des Unglücks vermutlich im ersten Stock aufgehalten, während der ältere Herr im Erdgeschoss verweilt haben könnte.
Im Verlaufe der Lösch- und Rettungsmaßnahmen gingen zwei weitere Trupps aus dem Korb der Drehleiter heraus über einen Balkon in das Gebäude vor. Kurz danach kam es zu einer massiven Rauchgas-Durchzündung. Ein Trupp sei daraufhin für den zuständigen Abschnittsleiter nicht mehr erreichbar gewesen, sagte Sievering. Doch bereits nach kurzer Zeit konnte der losgeschickte Rettungstrupp Entwarnung geben. Die beiden betroffenen Feuerwehrleute hatten sich rechtzeitig vor den Flammen in Sicherheit bringen können. Ein Feuerwehrmann, so Sievering, hätte sich dabei allerdings leichte Verletzungen zugezogen.
Die Feuerwehr soll von den beiden befreundeten Mädchen noch selber verständigt worden sein. Die Vlothoer Wehr war daraufhin mit allen verfügbaren Kräften ausgerückt. Zur Verstärkung kamen weitere Einsatzkräfte aus Herford, Löhne, dem Kalletal sowie von der Kreisfeuerwehrzentrale in Hiddenhausen hinzu.
Das Haus Am Lichtensberg in Steinbründorf wurde durch den Brand vollständig zerstört. Die Feuerwehr war bis gegen 8 Uhr am Neujahrstag mit den Nachlösch- und Aufräumarbeiten beschäftigt. Rund 70 Feuerwehrleute und ein Großaufgebot des Rettungsdienstes waren vor Ort. Die Brandursache ist derzeit ungeklärt. Die Kriminalpolizei nahm noch in der Nacht die Ermittlungen auf. Die Höhe des Sachschadens dürfte sich nach Angaben der Kreispolizeibehörde Herford auf mindestens 150.000 Euro belaufen. Die Brandruine sei einsturzgefährdet, hieß es von den Beamten.
Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer zeigte sich von den Ereignissen in der Silvesternacht tief betroffen. „Leider hat sich das alte Jahr im Kreis Herford mit einem tragischen Unglück verabschiedet, bei dem es zwei Brandtote und eine schwerverletzte Person zu beklagen gab.“
Hackländer würdigte gleichzeitig den aufopferungsvollen Einsatz der Feuerwehr und des Rettungsdienstes. In Vlotho hätten die Ehrenamtlichen unter Einsatz ihres eigenen Lebens gehandelt, um anderen Menschen zu helfen. „Meine Anerkennung gilt auch dem Rettungsdienst und den Notärzten, die alles erdenkliche versucht haben, um die leider verstorbenen Menschen zu retten. (FW Vlotho, ots, WDR)