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Feuerlöschtraining in mobiler Container-Brandsimulationsanlage an der Kreisfeuerwehrzentrale in Hiddenhauen-Eilshausen am 14.09.2013

Container-Brandsimulationsanlage

Feuerwehrleute haben keinen einfachen Job. Einen Wohnungsbrand im Innenangriff zu löschen, gehört dabei zu ihren gefährlichsten Aufgaben. Die Einsatzkräfte sind dann fast immer giftigem Rauch, heißen Flammen und einer ständigen Absturz- und Einsturzgefahr ausgesetzt. Auch Kameraden aus Vlotho erhielten am vergangenen Wochenende an der Feuerwehrzentrale in Hiddenhausen-Eilshausen eine Spezialschulung. So probten den Ernstfall in einer mobilen Container-Brandsimulationsanlage, die vom Kreis Herford angemietet worden war.

„Die Einsatzkräfte müssen gerade für das Verhalten im Innenangriff sensibilisiert werden“, sagte Bernd Kröger, stellvertretender Kreisbrandmeister und Ausbildungsbeauftragter des Kreisfeuerwehrverbandes Herford. Jedes Feuer sei anders und gerade den jüngeren Aktiven fehle oftmals die praktische Erfahrung. „Das Training in der Simulationsanlage ist deshalb eine sinnvolle Ergänzung zur Atemschutzausbildung an der Kreisfeuerwehrzentrale“, so Kröger.
Am Samstag machen sich die 11 Kameraden aus allen Vlothoer Einheiten für den brandheißen Einsatz im Übungscontainer bereit. Sie legen sich ihre Spezialkleidung an und rüsten sich mit Atemschutzgeräten aus. Mehr als 20 Kilogramm wiegt das Rüstzeug der Einsatzkräfte. Anschließend gehen sie immer zu zweit auf dem Dach der Simulationsanlage, die auf einem Lastzug installiert ist, vor der Eingangsluke in Stellung. Der Strahlrohrführer hält das Hohlstrahlrohr bereit. Im Inneren hat Pepe Blaul, der von der Betreiberfirma aus Burgstädt in Sachsen kommt, bereits das erste Feuer entfacht. Per Tastendruck strömt Propangas aus und die Treppe, die vom Dach in den Übungscontainer führt, steht lichterloh in Flammen. Die vorgehenden Kameraden beginnen mit den Löscharbeiten. „Die gesamte Anlage ist mit Sensoren ausgerüstet“, erläutert Blaul, der vom Leitstand aus alles im Blick behält. „Sie reagieren auf die Menge des eingesetzten Löschwassers und die dadurch erzeugten Temperaturunterschiede.“ Die Ausstattung der Simulationsanlage bestehe aus Edelstahl und könne deshalb nicht verbrennen, sagt der Fachmann. Zwei Kameraden in dem Container sind zwischenzeitlich damit beschäftigt, mehrere Gasflaschen abzukühlen. Sie öffnen anschließend in geduckter Haltung eine Zwischentür. Mehrere Sprühstöße werden in die Rauchschicht abgegeben, um mit dem fein zerstäubten Löschwasser einen Kühleffekt zu erreichen. Doch trotz aller Bemühungen der Wehrleute kommt es wenig später zu einer Rauchgasdurchzündung. Das Szenario gehört ebenfalls zum Programm. Flammen züngeln über die Helme der Feuerwehrleute hinweg, sodass diese kurzzeitig den Rückzug antreten müssen. Im Inneren des Containers ist es zwischenzeitlich unerträglich heiß geworden, rund 400 Grad beträgt die Temperatur im Deckenbereich. Einen simulierten Friteusenbrand kann der Trupp im weiteren Verlauf des „Höllenszenarios“ durch einfaches Deckelauflegen ersticken. Zum Schluss bearbeiten die beiden Feuerwehrmänner den Brand an einer leckgeschlagenen Gasleitung mit einem breit gefächerten Wasserstrahl. Ihnen gelingt es so, die Flammen „einzufangen“ und ein großes Niederschraubventil zu schließen, wodurch die Gaszufuhr schließlich unterbrochen wird.
Rund 20 Minuten dauerten die einzelnen Übungsdurchgänge, bei denen in erster Linie die richtige Einsatztaktik und die verschiedenen Löschtechniken beim Innenangriff trainiert wurden. Die Feuerwehrleute gingen jeweils in Zweier-Teams vor. „Die Mitglieder eines Trupps müssen dabei aufeinander eingespielt sein und sich blind verstehen“, sagte Kreisausbilder und stellvertretender Wehrführer André Storck. Wichtig sei die ständige Kommunikation untereinander. „Die Einsatzkräfte geben sich damit gegenseitig die nötige Sicherheit!“ Storck und die weiteren Ausbilder, zu ihnen zählten am Samstag Kai Blank (Rödinghausen) und Jens Hüsemann (Enger), waren im Simulationscontainer mit dabei und gaben den Teilnehmern direkt im Übungsgeschehen wichtige Verhaltenstipps. Teilgenommen haben vom Bonneberg Jan Opitz, Nils Grabowski und Manuel Besler, von der Löschgruppe Exter Patrick Wiegner, von der Löschgruppe Steinbründorf Manuel Paepke und Jan Störmer, von der Löschgruppe Uffeln Nicolai Betten und Thomas Selmann sowie vom Löschzug Vlotho Roman Dino Karl und Michel Wischnewski.





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