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Mit viel Kameradschaft die Zukunft meistern!
Jahresarbeitstagung der Feuerwehr Vlotho im Haus der Feuerwehr

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Im vergangenen Jahr ist die Stadt Vlotho von großen und spektakulären Unglücksfällen verschont geblieben. Das ist sicherlich eine erfreuliche Nachricht. Trotzdem gab es für die Freiwillige Feuerwehr der Weserstadt jede Menge Arbeit. In 166 Fällen wurde die Hilfe der Ehrenamtlichen angefordert. Sie retteten Menschen, löschten Brände, beseitigten Ölspuren und entfernten Wespennester. „Die Anzahl der dabei geleisteten Einsatzstunden bewegt sich weiterhin auf einem hohen Niveau!“ Dieses Fazit zog Wehrführer Torsten Sievering während der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Vlotho, die am vergangenen Freitag (1.02.2013)  im „Haus der Feuerwehr“ Am Bullerbach stattfand.

Feuerwehrchef Sievering lobte in seinem Jahresbericht die gute und ehrliche Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und den Lokalpolitikern. Die Feuerwehr hätte sich dabei immer als verlässlicher Partner gezeigt. In Zukunft kämen allerdings noch höhere Anforderungen auf die Ehrenamtlichen zu, gab der Wehrführer zu bedenken. Und die müssten aufgrund des demografischen Wandels mit immer weniger Personal bewältigt werden. Sievering nannte als Schlagworte die Einführung des Digitalfunks, die Gefahren durch Biogas- und Photovoltaikanlagen sowie durch Fahrzeuge mit Gas- oder Stromantrieb. Außerdem werde es zunehmend schwieriger Führungsämter personell zu besetzen, da diese Positionen ein hohes Maß an Verantwortung und viel Engagement verlangen würden. „Wir müssen uns frühzeitig auf all diese Probleme einstellen.  Nur als große Feuerwehrfamilie können wird die Herausforderung Feuerwehr 2020 meistern!“ Von „seiner“ Mannschaft bekam der Wehrführer für diesen eindringlichen Appell an den Kameradschaftsgedanken stehenden Applaus. Kommt es zu einer größeren Schadenslage, dann helfen sich die Wehren schon heute untereinander. „Das klappt im Kreis Herford ganz hervorragend“, stellte Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer fest. „Diesen Zusammenhalt müssen wir uns bewahren!“ 
Im Augenblick, so der Eindruck während der Jahreshauptversammlung, scheint die Situation an der Weser allerdings  noch entspannt zu sein. Wehrführer Sievering berichtete von stabilen Mitgliederzahlen. 152 Feuerwehrleute sind zurzeit im aktiven Einsatzdienst tätig. Hinzu kommen die 27 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr und 38 „Feuerwehrpensionäre“, die der Ehrenabteilung angehören.  Die Ausrüstung der Feuerwehr Vlotho lasse nach den Worten des Wehrführers ebenfalls kaum Wünsche offen. 225.000 Euro hat die Stadt Vlotho im vergangenen Jahr für neue Fahrzeuge und Gerätschaften bereitgestellt. Mit dem Geld wurde unter anderem ein neues Wechselladerfahrzeug für den Löschzug-Mitte finanziert. Der MAN mit  250 PS ersetzt ein 20 Jahre altes Trägerfahrzeug. Seit Anfang letzten Jahres verfügt die Löschgruppe Vlotho-Exter ebenfalls über einen neuen Wechsellader, der aufgrund seiner Staffelkabine und der speziellen Konstruktion des Abrollbehälters Logistik über die Stadtgrenzen hinaus für Aufmerksamkeit gesorgt hat.  „Die Feuerwehr Vlotho ist die einzige Wehr im Kreis Herford, die das kleine City-Hakensystem mit Trägerfahrzeugen der 12-Tonnen-Klasse nutzt“, erläuterte Sievering. Diese Autos seien äußerst flexibel und würden anders, als die deutlich größeren Modelle, die als 18-Tonner angeboten würden, in die  vorhandenen Gerätehäuser passen.  Für die neue digitale Funktechnik hat die Stadt Vlotho rund 70.000 Euro eingeplant. „Eigentlich“, so Sievering, „sollte die neue Technik bereits 2010 in Betrieb gehen.“ Doch das „Roll-Out-Verfahren“ sei ständig verschoben worden. „Nachdem sich fast alle Kommunen aus OWL an einer gemeinsamen Ausschreibung der Geräte beteiligt haben, soll der Probebetrieb im Sommer nun endlich beginnen.“ Viel Zeit, Kraft und Arbeit werde die Schulung der Einsatzkräfte noch in Anspruch nehmen.
„Nur wenige größere, dramatische und langwierige Einsätze sind in der Statistik des vergangenen Jahres zu finden“, dennoch, so das Resümee des Wehrführers in seinem Jahresrückblick, sei die beachtliche Zahl von 4.835 Einsatzstunden zusammengekommen. Im April musste ein Arbeiter gerettet werden, der mit seinen Beinen in der Hydraulikpresse einer Papiermulde eingeklemmt war. Nur wenige Tage später brannte ein Wohnwagen auf dem Campingplatz Borlefzen. In den frühen Morgenstunden des 16. Mai 2012 nahm eine Verfolgungsjagd der Polizei über die Autobahn 2 ein spektakuläres Ende. Der Fahrer der Luxuslimousine verunglückte an der Autobahnauffahrt Exter. Er wurde von Einsatzkräften der Feuerwehr Vlotho in einer aufwendigen Aktion aus dem Fahrzeugwrack befreit. Am 9. November sorgte ein umgestürzter Tanklastzug für einen großen Medienauflauf. Das Fahrzeug war mit 22 Tonnen Stickstoff voll beladen. Der Tank und die Sicherheitseinrichtungen des Aufliegers hatten den Unfall ohne Beschädigungen überstanden. Die Feuerwehr Vlotho sicherte die Einsatzstelle. Ein speziell ausgerüstetes Bergungsteam aus Bremen rückte an und stellte den LKW in einer mehrstündigen Aktion wieder auf die Räder.

„Die Lehrgangsveranstaltungen der Freiwilligen Feuerwehr können längst nicht mehr als Hobby bezeichnet werden“, stellte André Storck während der Jahreshauptversammlung klar. Der stellvertretende Wehrführer ist gleichzeitig für den Ausbildungsbereich zuständig. Im Gegenteil: In Punkto Einsatztaktik gebe es keinerlei Unterschiede zu einer Berufsfeuerwehr. Erstmals wurde im vergangenen Jahr ein Seminar „Türöffnung“ angeboten. Einsätze, bei denen hilflose Personen nicht mehr selbst die Haustür öffnen könnten, seien meistens zeitkritisch, sagte Storck. „Hier geht es darum, schnell und effektiv vorzugehen um einen großen Einsatzerfolg zu erzielen und gleichzeitig minimalen Schaden anzurichten!“ 
Ein emotionaler Höhepunkt des vergangenen Jahres war sicherlich die Verabschiedung von Wolfgang Kenneweg. Fast 20 Jahre lang stand der Exteraner als Kreisjugendfeuerwehrwart in Amt und Würden. Während der bewegenden Abschiedsfeier im Schulzentrum Vlotho legte der allseits beliebte und geschätzte Feuerwehrmann symbolisch das Steuerrad der Kreisjugendfeuerwehr aus den Händen.  Natascha Meier, sie ist die neue Kreisjugendfeuerwehrwartin und gleichzeitig Stadtjugendfeuerwehrwartin in Vlotho,  berichtete im Verlaufe der Hauptversammlung von den weiteren Aktivitäten der Jungfeuerwehrleute. So sei der 20. Orientierungslauf ein voller Erfolg gewesen. Außerdem sei ein gemeinsames Team der Jugendfeuerwehren Bünde und Vlotho bei der Leistungsspangenabnahme in Horstmar im Kreis Steinfurt erfolgreich gewesen.
Übrigens fehlte Bürgermeister Bernd Stute erstmals während seiner Amtszeit auf einer Jahreshauptversammlung „seiner“ Feuerwehr. Er war aus besonderen privaten Gründen verhindert. Kämmerer Herbert Obernolte verlas einen Brief, in dem sich Stute ausdrücklich bei den Wehrleuten für die geleistete Arbeit bedankte und ihnen weiterhin Erfolg für ihre verantwortungsvolle Aufgabe wünschte.



Ehrungen und Beförderungen:


Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW in Silber (25 Jahre)
Christian Prüßmeier (LG Bonneberg)
Olaf Strehlow (LG Steinbründorf)

Zum Feuerwehrmann/ Zur Feuerwehrfrau
Nele Grabowski (LG Bonneberg), Jennifer Grove (LG Steinbründorf), Matthias Krampe, Stefan Sellmann (beide LG Uffeln)

Zum Oberfeuerwehrmann
Jan Opitz, Jan Tiemann, Michael u. Patrick Wollny (alle LG Bonneberg), Oliver Poppensieker, Simon Steiner (beide LG Exter), Phillip Störmer (LG Steinbründorf), Stefan Müller (Löschzug Vlotho)

Zum Hauptfeuerwehrmann/ Zur Hauptfeuerwehrfrau
Patrick Wiegner (LG Exter), Jennifer Thiele (LZ Vlotho)

Zum Unterbrandmeister/ Zur Unterbrandmeisterin
Olga u. Waldemar Weiss (beide LZ Vlotho)

Zum Brandmeister
Ralf Wallbaum (LG Steinbründorf), Torsten Wandel (LZ Vlotho)

Zum Oberbrandmeister
Frank Bock (LG Uffeln)

Zum Hauptbrandmeister
Christian Prüßmeier (LG Bonneberg)


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Von Jens Vogelsang
(Text u. (6) Fotos)


Stichwort: Landespolitik

Bild 9Während der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Vlotho berichtete MdL Christian Dahm (Vlotho) aus Düsseldorf. Er ist Mitglied des Innenausschusses im Landtag. Dort wurde erst kürzlich das Thema Feuerwehr unter dem Tagesordnungspunkt 1 behandelt. So gebe es am Institut der Feuerwehr in Münster (IdF) zurzeit kein ausreichendes Angebot an Führungslehrgängen. Das sei nach Ansicht Dahms nicht nur ein personelles, sondern ein Systemproblem. „Da werden wir dran gehen, um kurzfristig für Lösungen zu sorgen!“ Die Feuerwehrleute in OWL hätten schließlich ein Anrecht darauf, gut ausgebildet zu werden. Außerdem seien Probleme mit der Unfallkasse NRW bekannt geworden. Sie soll vor allem Sachschäden von Feuerwehrangehörigen nicht in allen Fällen reguliert haben. „Zurzeit werden solche Fälle gesammelt, um dann Lösungen herbeizuführen.“ Außerdem würden die Themen Kinderfeuerwehr und die geplante Neufassung des Feuerschutz und Hilfeleistungsgesetzes NRW (FSHG NRW) in Düsseldorf behandelt. „Hierzu muss ich aber auch mit euch ins Gespräch kommen“, sagte Dahm.