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Neues Einsatzfahrzeug besticht durch Flexibilität.
LG Vlotho-Exter erhält Wechsellader mit Abrollbehälter-Logistik

Großbrand Firma Nitsche

Das neue Wechselladerfahrzeug der Feuerwehr Vlotho ist ein echter „Alleskönner“. Der Wagen transportiert „huckepack“ einen Container, der durch seine besondere Konzeption  und umfangreiche feuerwehrtechnische Beladung besticht. Das so genannte WLF samt Abrollbehälter-Logistik wurde Mitte Januar 2012 an die Löschgruppe Vlotho-Exter übergeben. Rund 160.000 Euro wurden dafür investiert. Das 24 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug der Wehrleute hat damit ausgedient. Es wurde bereits weiter verkauft. 

Wechselladerfahrzeuge gelten als besonders flexibel, da sie über ein hydraulisches Hakensystem verfügen. So können, abhängig von der jeweiligen Einsatzlage, Container mit der unterschiedlichsten Beladung transportiert werden.  Immer mehr Feuerwehren schaffen daher solche Autos an. „Der neue Wechsellader der Feuerwehr Vlotho ist dennoch einmalig im Kreis Herford“, so Wehrführer Torsten Sievering. Aufgrund seiner großen Mannschaftskabine und der umfangreichen Ausrüstung, die im Abrollbehälter-Logistik mitgeführt werde, sei der 12-Tonner sowohl als Löschfahrzeug, wie auch als Gerätewagen und Schlauchwagen einsetzbar.
Der neue „Alleskönner“ basiert auf einem MAN-Fahrgestell.  Er ist mit einem 250 PS starken Motor und einem Halbautomatikgetriebe ausgerüstet. Sechs Wehrleute finden im Wagen Platz. Ein Trupp kann sich direkt auf der Anfahrt mit Atemschutzgeräten ausrüsten, die in der Mannschaftskabine untergebracht sind. Da der Wechsellader der Löschgruppe Vlotho-Exter bei einem Brandeinsatz als zweites Fahrzeug ausrücke, könnten diese Kameraden den Sicherheitstrupp stellen, erläutert Torsten Sievering. Die nötige Ausrüstung für den Atemschutzeinsatz, wie Schlauchtragekörbe und Hohlstrahlrohre, seien im linken Gerätefach des Containers verladen.
Der neue Abrollbehälter – er trägt die Bezeichnung AB-Logistik, ist 4,50 Meter lang. Er wurde von den Experten der Firma Meyer Feuerwehrbedarf (Rehden) konzipiert und gebaut. Besonderer Clou der Aluminiumkonstruktion sind die Seitenwände. Im Inneren der Wandverkleidungen lagern nämlich 56 aufgerollte B-Schläuche. Das Schlauchmaterial ist dabei nach einem ausgeklügelten Verlegeplan in jeweils vier Reihen übereinander angeordnet. Alle Rollschläuche sind zusammengekuppelt. Dadurch ergibt sich eine Leitung von 1.120 Metern.  Schlauch für Schlauch kann jetzt bei langsamer Fahrt über zwei kleine Heckklappen aus dem Container gezogen werden. Das könne von einem Feuerwehrkameraden erledigt werden, sagt  Sievering. Dank des patentierten Schlauchverlegesystems der Firma Meyer könne im Nu eine Wasserversorgung über lange Wegstrecke aufgebaut werden.  Im Innenraum des Containers ist Platz für vier Rollwagen. Sie sind mit Tragkraftspritze und Saugschläuchen für den Löscheinsatz sowie Greifzug und Büffelwinden für technische Hilfeleistungen beladen. Weiterhin werden auf den Wagen Stromerzeuger (8 KVA), Tauch- und Schmutzwasserpumpen (Mast TP 4, Mast ATP 10) sowie Wassersauger für Unwettereinsätze gelagert. In einer zusätzlichen Gitterbox sind Ölbindemittel, Besen und Schüppen verlastet. Über die große Heckklappe – sie kann Dank besonderer Gasdruckfedern und Scharniere seitlich aufgeklappt, aber auch als Rampe verwendet werden -  können die Rollwagen nach dem Absetzen des Containers schnell entnommen und an die jeweilige Einsatzstelle gefahren werden.
Auch an die Beleuchtung wurde gedacht. Der Logistik-Container verfügt über einen Lichtmast mit Xenon-Scheinwerfern und eine LED-Umfeldbeleuchtung. Außerdem ist eine Heckwarnanlage vorhanden. Den nötigen Strom liefern zwei Batterien. Bei längeren Einsätzen erfolgt die Einspeisung durch den mitgeführten Stromerzeuger. Weiterhin ist das neue WLF für den Autobahneinsatz gerüstet. Im rechten vorderen Gerätefach befindet sich ein „Trolley“ mit acht „BAB-Pylonen“ und Blitzleuchten. „Das ist ebenfalls eine Idee der Meyer-Ingenieure“, so Torsten Sievering. 
Der neue Wechsellader ergänzt sich mit dem bereits vorhandenen Trägerfahrzeug beim Löschzug Vlotho, einem 9-Tonner auf VW-MAN-Fahrgestell. Mit den beiden Spezialfahrzeugen können nun insgesamt vier Container und drei Mulden schnell und effektiv an die Einsatzstelle befördert werden.
Das ausgemusterte Feuerwehrfahrzeug LF 16-TS der Löschgruppe Exter wurde bereits an eine Firma aus Hamburg verkauft. Es wurde ursprünglich in den achtziger Jahren vom Bund beschafft.  24 Jahre hat das Auto mit der markanten Vorbaupumpe an der Weser „treue Dienste“ geleistet.  Ein Widersehen wird es vermutlich nicht geben. Das LF 16-TS sei zwar weiter im Löscheinsatz, jetzt allerdings in Afrika,  verrät Torsten Sievering.



 Jens Vogelsang, Torsten Sievering
(Fotos: Feuerwehr Vlotho)