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Vlotho´s Feuerwehrnachwuchs erfolgreich ausgebildet
Ausbildungsgemeinschaft Herford, Hiddenhausen, Vlotho und Schüco bewährt sich

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Ohne eine gute Ausbildung ist keine qualifizierte Hilfe möglich: Damit im Notfall jeder Handgriff sitzt, müssen Feuerwehrleute die Technik beherrschen und über ein großes Fachwissen verfügen. 5 Kameradinnen und Kameraden aus den Vlothoer Löschgruppen absolvierten jetzt gemeinsam mit weiteren Ehrenamtlichen aus Herford, Hiddenhausen und der Feuerwehr Schüco ihre Grundausbildung.

„Der Grundlehrgang ist in vier Module aufgeteilt“, erläutert André Storck, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Vlotho. Jeder einzelne Ausbildungsabschnitt umfasse dabei 40 Unterrichtsstunden. Die Modulausbildung vermittelt den Feuerwehrneulingen die nötigen Grundkenntnisse im Umgang mit den Feuerwehrgeräten sowie das erforderliche taktische Einsatzwissen.
Während der praktischen Prüfung müssen die Nachwuchskräfte schon ein wenig Mut beweisen. Auf dem Gelände der Hauptfeuerwache Herford an der Werrestraße bringen vier Anwärter die dreiteilige Schiebleiter am Schlauchturm in Stellung. Und das ist gar nicht so einfach. Das Gerät wiegt immerhin fast 90 Kilogramm und hat eine Einsatzlänge von über 12 Meter. Doch nach dem anstrengenden Übungsprogramm der vergangenen Tage klappt jetzt alles reibungslos. Innerhalb weniger Minuten ist die Leiter an den Stützstangen aufgerichtet und mit einem Zugseil auf gut und gerne zehn Meter ausgezogen.  Angriffstruppführer Frederik Gehrmann klettert als erster nach oben, um einen Kameraden aus dem dritten Geschoss des Übungsturms „zu retten“. Am Ende ist der junge Feuerwehrmann der Betriebsfeuerwehr Schüco erleichtert. „Mir war schon ein wenig mulmig zumute!“ An anderer Stelle des Geländes haben Jennifer Grove (Löschgruppe Steinbründorf) und Stefan Sellmann (Löschgruppe Uffeln) ein spezielles Gurtsystem angelegt. Sie demonstrieren den Prüfern einen Doppelten Achterknoten, mit dem sich die Feuerwehrleute in großen Höhen sichern. Schließlich steht noch eine weitere praktische Übung auf dem Programm. Mit dem Löschfahrzeug und einem Rüstwagen geht es auf das Gelände der Stadtwerke nebenan, wo „ein verletzter Autofahrer“ auf Hilfe wartet.  Die Feuerwehranwärter versorgen den „Unfallfahrer“, sichern das Fahrzeug und die Einsatzstelle. Außerdem wird eine technische Geräteablage geschaffen. Danach beginnt die eigentliche „Personenrettung“.  Erneut haben die Prüfer, unter ihnen befindet sich Vlothos Feuerwehrchef Torsten Sievering und die Leitung der Betriebsfeuerwehr Schüco, wenig zu beanstanden. Am Ende ziehen Prüfer, Ausbilderteam und Schüler ein positives Fazit.

In den vergangenen Wochen standen zahlreiche Unterrichtsstunden in Theorie und Praxis auf dem Unterrichtsplan. Die Gefahren an der Einsatzstelle, Unfallverhütungsvorschriften und Kartenkunde lauteten nur einige der Themen. Ebenso gehörte eine Unterweisung in Erster-Hilfe zum Programm. Die Unterrichtseinheit zum Vorbeugenden Brandschutz fand beim Unternehmen Schüco in Bielefeld statt. Hier bekamen die Lehrgangsteilnehmer Informationen zum Aufbau und zur Funktion von Rauchmeldern und Brandmeldeanlagen.  Weiterhin wurden der Stressbewältigung und Einsatznachsorge Zeit gewidmet. „Ein spezielles Team der Feuerwehr bereitete die jungen Kameraden auf seelisch belastende Einsatzsituationen vor“, so André Storck. Während der praktischen Ausbildung sei weiterhin die Rettung von „eingeklemmten Forstleuten“ und „abgestürzten Kanalarbeitern“ geübt worden. 

Bereits seit vielen Jahren führen die Feuerwehren Herford, Hiddenhausen und Vlotho  gemeinsame Modullehrgänge durch. Im letzten Jahr ist die Betriebsfeuerwehr Schüco dieser bewährten Ausbildungsgemeinschaft beigetreten. „In Bielefeld sind die Kapazitäten zu eng bemessen“, sagt Maik Brinkmann, Chef der Schücowehr, die insgesamt 33 Aktive zählt. Brinkmann und Stellvertreter Reinhard Paeslack sind übrigens hauptberuflich für den Vorbeugenden Brandschutz, die Arbeitssicherheit, den Umweltschutz und die betriebliche Notfallrettung im Schüco-Werk Bielefeld (1.800 Mitarbeiter) zuständig. Sie hatten sich den gesamten Nachmittag lang von den Leistungen des Lehrgangs überzeugen können.


Von Jens Meyer
(Text und Fotos)



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