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Stallgebäude brennt lichterloh
Feuerwehr Vlotho über mehrere Stunden im Einsatz


Neues Mehrzweckboot

Vlotho. Ein Pferdestall ist am frühen Donnerstagmorgen (13.11.2014) in Vlotho-Valdorf niedergebrannt. Weder Menschen noch Tiere wurden verletzt. Die Feuerwehr hatte allerdings keine Chance gegen den Großbrand: Von dem einst schmucken Gebäude im fachwerkstiel blieben nur rauchende Trümmer übrig. Die Polizei spricht von einem Schaden von rund 200.000 Euro. Wie das Feuer entstehen konnte, darüber herrscht zurzeit noch Rätselraten.

Der Eigentümer des Anwesens an der Straße Im Grund hatte zum Zeitpunkt des Brandausbruchs im angrenzenden Wohnhaus geschlafen. Er war nach eigener Aussage durch das Knistern des Feuers aufgewacht. Der Mann verständigte sofort die Feuerwehr und kümmerte sich um die beiden Pferde, die in dem Stallgebäude untergebracht waren. Um 3.25 Uhr alarmierte die Kreisleitstelle zunächst die zuständige Löschgruppe Steinbründorf und den Löschzug Vlotho. Das reichte allerdings nicht aus, wie Vlothos Wehrführer Torsten Sievering der Internetredaktion des KFV erläuterte. Bereits auf der Anfahrt sei Feuerschein zu sehen gewesen. „Deshalb habe ich sofort die Erhöhung der Alarmierungsstufe auf Feuer 3 veranlasst!“ Einheiten aus Exter und Uffeln eilten jetzt ebenfalls zu der abgelegenen Einsatzstelle am Stadtrand von Vlotho. Außerdem wurden „Großtanklöschfahrzeuge“ (TLF 4000) aus Herford und dem benachbarten Kalletal in Marsch gesetzt.
„Als die ersten Kräfte vor Ort eintrafen, brannte der Pferdestall bereits in voller Ausdehnung“, schilderte Sievering. Den Eigentümer hätte die gesamte Situation ziemlich mitgenommen. „Er kümmerte sich auf einer Weide um die beiden Pferde, die rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten.“ Die Wehrleute hätten zu diesem Zeitpunkt bereits nur noch im Außenangriff vorgehen können, meinte Sievering. Zu heftig sei das Feuer gewesen. Die Einsatzkräfte nahmen dazu zwei B-Rohre und drei C-Rohre vor. Teilweise musste unter Atemschutz gearbeitet werden. Außerdem kühlten die Ehrenamtlichen eine Gasflasche, die zuvor nach Hinweisen des Eigentümers aus dem Stall geborgen worden war. In der Anfangsphase bereitete die Wasserversorgung Probleme. Das Anwesen liegt gewissermaßen in einem schwer zugänglichen Gebiet. Teilweise sind die Wege mit Lastwagen nicht befahrbar. An der Straße Im Grund gibt es in dem Bereich der Brandstelle überhaupt nur drei Häuser. Wären alle Löschfahrzeuge bis zum Feuer vorgerückt, hätte das ein völliges Chaos bedeutet, sagte Sievering. Der Wehrführer entschied deshalb, bis zur 600 Meter entfernt liegenden Tischlerei Ortmeier eine Schlauleitung aufzubauen. Dort wurde das Wasser aus einem Unterflurhydranten „gezapft“. Zusätzlich gingen auf dem Hof der Tischlerei mehrere Löschfahrzeuge in Bereitstellung, die ihr Löschmittel ebenfalls in die Leitung einspeisten. Eine direkte Versorgung der Einsatzstelle im Pendelverkehr sei wegen der topografischen Verhältnisse nicht möglich gewesen, sagte Sievering. Einen weiteren Bereitstellungsraum gab es im Bereich Pehlenstraße/Salzuflener Straße. An dieser Stelle wurden unter anderem die Drehleiter, der Gerätewagen-Atemschutz der Kreisfeuerwehrzentrale und der Einsatzleitwagen 2 aus Löhne vorgehalten.
Durch das eingelagerte Stroh und die Futtermittel fand das Feuer immer wieder neue Nahrung, sodass die gesamte Holzkonstruktion des Gebäudes schließlich einstürzte. Ein Übergreifen der Flammen von dem Nebengebäude auf das angrenzende Wohnhaus konnten die 75 Einsatzkräfte allerdings verhindern. Um letzte, versteckt liegende Glutnester zu erreichen, wurde Netzmittel eingesetzt, das die Oberflächenspannung des Löschwassers herabsetzt. Erst gegen 9 Uhr konnten die letzten Feuerwehrleute, deren kräftezehrende Arbeit ein Kamerateam des WDR gefilmt hatte, abrücken. Die Kriminalpolizei hat jetzt den Fall übernommen, um nach der Brandursache zu suchen.