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Leistungsspangenabnahme in Vlotho:
119 Jugendliche erhielten die begehrte Auszeichnung!

Bad_Oeynhausen-Rehme

Das Leistungsspangenabzeichen ist bei den Mädchen und Jungen in den Jugendfeuerwehren begehrt. Die Auszeichnung erhalten jedoch nur junge Feuerwehrleute, die im Umgang mit Schlauch und Strahlrohr fit sind, über genügend Allgemeinwissen und vor allem sportliche Kondition verfügen. Im Juni 2008 nahmen 16 Jugendfeuerwehrgruppen aus Nordrhein-Westfalen mit Erfolg an einer Leistungsspangenabnahme in Vlotho teil.

“Frau Landrätin, 119 Jugendliche zur Verleihung angetreten“, meldete Kreisjugend-feuerwehrwart Wolfgang Kenneweg am Nachmittag stolz, nachdem die  Jungfeuerwehrleute in den Stunden zuvor vollen Einsatz gezeigt hatten. „Wir schätzen Euer Engagement“, sagte Landrätin Lieselore Curländer als Schirmherrin der Veranstaltung im Anschluss. Der Teamgedanke stehe gerade bei einem solchen Wettbewerb im Vordergrund. Schließlich könne das hier Erlernte auch später in der aktiven Wehr gut gebraucht werden. Vlothos Bürgermeister Bernd Stute zeigte sich „vom großen Leistungsvermögen, dem Einsatzwillen und der guten Disziplin der Jugendfeuerwehren“ angetan. „Um die Zukunft unserer Feuerwehren ist mir deshalb nicht bange.“ Zahlreiche weitere Ehrengäste, darunter der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Spanier, der stellvertretende Kreisbrandmeister Bernd Kröger und Ehrenkreisbrandmeister Dieter Wilkening, waren zu der Verleihung in die Weserstadt gekommen.      
In den Morgenstunden hatten die Gruppen im Jahnstadion auf dem Amtshausberg vor dem Abnahmeberechtigten der Deutschen Jugendfeuerwehr, Landesjugendfeuerwehrwart Andreas Psiorz, Aufstellung genommen.  Nach einer kurzen Begrüßung marschierten die engagierten Jugendfeuerwehrleute in ihren blauen Uniformen und mit den orangefarbenen Helmen  zu den einzelnen Stationen. Auf dem Rasenplatz war die sogenannte Schnelligkeitsübung zu absolvieren. Acht C-Schläuche galt es dabei von jeder Gruppe über eine Distanz von 120 Metern zu verlegen. 75 Sekunden durften dafür höchstens gebraucht werden. Zackig erledigten die neun Mädchen und Jungen jeder Gruppe die Aufgabe. Nur wenige Schlauchdreher wurden von den Schiedsrichtern gesichtet, entsprechend gering waren die Strafzeiten. Der Staffellauf über 1.500 Meter stellte die Feuerwehrjugend vor eine besondere Herausforderung. Schließlich konnten auch hier alle Mannschaften überzeugen und absolvierten die  Runden auf der staubigen Aschebahn innerhalb der Zeitvorgabe von 4:10 Minuten. „Zu meiner Zeit wurde der Staffellauf noch in Feuerwehr-Gummistiefeln absolviert“, erzählte Landesjugendfeuerwehrwart Andreas Psiorz am Rande der Strecke mit einem Schmunzeln. Psiorz war 1974 in die Jugendfeuerwehr Bielefeld-Mitte eingetreten, hatte bereits 1975 die Leistungsspange erworben und feiert im nächsten Jahr sein 35-jähriges Feuerwehrjubiläum. Beim Kugelstoßen zeigten die Mädchen und Jungen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren ebenfalls sportlichen  Ehrgeiz. 55 Meter waren hier von jeder Mannschaft mindestens zu erreichen. Auf dem Nebenplatz hatten die Jugendlichen einen Löschangriff vorzuführen und dabei zügig und vor allem fehlerfrei zu arbeiten. Routiniert wurden die vier schweren Saugschläuche vom Wassertrupp und Schlauchtrupp zusammengekuppelt, Halte und Ventilleine angelegt. In der Zwischenzeit hatten Angriffstrupp und Melder bereits die Schläuche zum Zielfeuer verlegt und das Kommando „1. C-Rohr Wasser marsch!“ gerufen. Während einer mündlichen Prüfung wurden die jugendlichen Brandschützer schließlich noch nach ihren theoretischen Feuerwehr- und Allgemeinwissen befragt.
Bis zu vier Wertungspunkte wurden für die einzelnen Disziplinen nach den Richtlinien der Deutschen Jugendfeuerwehr vergeben. Zehn Gesamtpunkte waren für eine erfolgreiche Teilnahme erforderlich,  mindestens ein Punkt musste an jeder Station erreicht werden.
 
Nach rund fünf Stunden Anstrengungen war es schließlich soweit: „Ich möchte die Spannung vorwegnehmen, alle Jugendgruppen haben bestanden!“, verkündete Landesjugendfeuer-wehrwart  Psiorz. Als Lohn für die gezeigten Leistungen bekamen die jungen Feuerwehrleute die Leistungsspangenabzeichen verliehen. Glückwünsche gab es von den Ehrengästen, die dann auch die „Spangen“ persönlich an die Uniformen der Mädchen und Jungen hefteten.
Bereits zum dritten Mal wurde eine Leistungsspangenabnahme im Kreis Herford durchgeführt. Die Abnahme im Jahr 1998 fand in Kirchlengern statt, während der Wettbewerb im Jahr 2003 ebenfalls im Jahnstadion in Vlotho durchgeführt wurde. Die Ausrichtung einer Leistungsspange ist immer wieder eine logistische Herausforderung, sagte Kreisjugendfeuerwehrwart Wolfgang Kenneweg. Rund 40 Aktive der Feuerwehr Vlotho seien für den reibungslosen Ablauf der diesjährigen Veranstaltung nötig gewesen. Während sich die  Löschgruppen  Exter, Steinbründorf und Uffeln um die Verpflegung gekümmert hätten, habe die Löschgruppe Bonneberg die Blockführer gestellt und der Löschzug Mitte sei für den Transport zuständig gewesen, erklärte Kenneweg. Auch die Jugendfeuerwehren aus den anderen Städten und Gemeinden im Kreisgebiet seien mit eingebunden gewesen und hätten die verschiedenen Stationen besetzt. Wolfgang Kenneweg und alle übrigen Helfer/innen der Veranstaltung bekamen vom Landesjugendfeuerwehrwart ein großes Dankeschön für die geleistete Arbeit.

Die insgesamt 119 „Spangen“ verteilen sich wie folgt:

Borgholzhausen, Krs. Gütersloh/ 4
Herford Elverdissen/ Schwarzenmoor/ 9
Herstelle, Krs. Höxter/ 8
Hiddenhausen Eilshausen/ Schweicheln-Bermbeck/ 7
Kamen 2, Krs. Unna/ 6
Löhne 2/ 9
Rödinghausen/ 6
Verl, Krs. Gütersloh/ 9
Dörentrup 2, Krs. Lippe/ 9
Enger, 9
Herzebrock-Clarholz, Krs. Güterloh/ 6
Kamen 1, Krs. Unna/ 7
Löhne 1, 9
Lüdinghausen, Krs. Lippe/ 7
Versmold, Krs. Gütersloh/ 5
Bielefeld-Süd/ 9

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J. Vogelsang