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Feuerwehr Vlotho war 2010 im Dauereinsatz: Wehrführer befürchtet Überforderung
André Storck  neuer stellvertretender Leiter - Siekmann, Pentemeier u. Meier geehrt

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Zu 235 Einsätzen rückte die Feuerwehr Vlotho im vergangenen Jahr aus. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Zeitraum 2009 (199 Einsätze). „Hinter uns liegt ein erfolgreiches Jahr!“,  sagte Wehrführer Torsten Sievering während der Wehrversammlung Anfang Februar. “Verwaltung und Wehrführung müssen allerdings aufpassen, die ehrenamtlichen Kräfte nicht zu überfordern!“  Andererseits wurde bei den Investitionen in die Feuerwehrausrüstung nicht gespart. Hierfür wendete die Stadt im vergangenen Jahr 520.000 Euro auf.

Die Jahresarbeitstagung in der Feuerwache Am Bullerbach fand erneut großen Zuspruch. So konnte Feuerwehrchef Sievering allein 11 Mitglieder des Vlothoer Stadtrates im „Kreise Ihrer Feuerwehr“ willkommen heißen. Zu Beginn der Versammlung übernahm der Vlothoer Pfarrer   Hartmut Bückendorf die Totenehrung. „Gott gibt uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft, wie wir sie brauchen“, mit diesen Worten zitierte der Notfallseelsorger den Theologen Dietrich Bonhoeffer.  Danach bekamen die Wehrleute vom Löschzug Vlotho und den Löschgruppen Bonneberg, Exter, Steinbründorf und Uffeln anerkennende Worte von Bürgermeister Bernd Stute zu hören. „Rat und Verwaltung wissen, was sie an ihrer Feuerwehr haben!“ Und weiter: „Wir haben eine schlagkräftige Wehr und eine gut aufgestellte Jugendfeuerwehr.“ Stute kritisierte gleichzeitig das gewachsene Anspruchsdenken der Bürger. So werde bei voll gelaufenen Kellern oftmals verlangt, die Feuerwehr möge diese doch bitte besenrein und vollständig getrocknet übergeben. „Die Einsatzkräfte sollten sich in diesen Fällen nicht unter Druck setzen lassen und gelassen reagieren.“
45 Brandeinsätze, 173 technische Hilfeleistungen und 17 Fehleinsätze durch Brandmeldeanlagen verzeichnet die Statistik für das zurückliegende Jahr 2010. 4.837 Einsatzstunden wurden im Verlaufe der letzten 12 Monate geleistet. In machen Monaten seien die Aktiven fast täglich unterwegs gewesen, so Torsten Sievering. 37 Menschen konnten erfolgreich aus Notsituationen gerettet werden. Ein Mann bedankte sich für die schnelle Hilfe der Feuerwehr mit einem großen Präsentkorb. So etwas komme sehr selten vor. „Ein solches Lob tut deshalb besonders gut!“
Das Sturmtief „Xynthia“ sorgte zu Beginn des Feuerwehrjahres 2010 für zahlreiche Unwettereinsätze. Anfang März stand im Industriegebiet Hollwiesen eine LKW-Zugmaschine im Vollbrand. Die explodierenden Fahrzeugbatterien sorgten zunächst für Aufregung. Doch die Wehrleute hatten die Lage schnell im Griff. Nur wenige Tage später stand das Obergeschoss eines Einfamilienhauses an der Herforder Straße in Flammen. Dieser Einsatz war die erste große Bewährungsprobe für die neue Drehleiter 23/12 der Feuerwehr Vlotho. Aufgrund der starken Hitze musste nämlich der Innenangriff abgebrochen werden. „Nur mit der neuen Drehleiter konnte aufgrund der guten Auslagewerte der hintere Dachbereich erreicht werden“, erläuterte Sievering. Am 31. März waren die Wehrleute erneut gefordert. In einer Küchenmöbelfabrik im Stadtteil Uffeln hatte sich eine heftige Staubexplosion ereignet. Die Druckwelle richtete im Umkreis von etwa 50 Metern einen beträchtlichen Schaden an.  „Durch die Wucht der Detonation waren Eisentüren und Metallabdeckungen aus den Verankerungen gerissen worden.“ Der wohl spektakulärste Einsatz ereignete sich im Sommer in einem Unternehmen im Industriegebiet Exter. Hier war es zu einer chemischen Reaktion gekommen, in deren Verlauf sich Ammoniakdämpfe gebildet hatten. Da die Temperatur des unbekannten Stoffes weiter anstieg, wurde GSG-Alarm nach Stufe 2 ausgelöst. Der Einsatz sei ruhig und besonnen abgearbeitet worden, bescheinigte Kreisbrandmeister Wolfgang Hackländer den Wehrleuten während der Jahresarbeitstagung. „Selbst der Chef der Berufsfeuerwehr Bielefeld, der Ltd. Branddirektor Rainer Kleibrink, war beeindruckt!“ Schließlich bescherte der stetig steigende Verkehr auf der Autobahn 2 der Feuerwehr Vlotho wieder einige Einsätze. Zuletzt befreiten die Blauröcke im Januar diesen Jahres einen LKW-Fahrer aus dem Wrack seines Führerhauses. Straßen-NRW stehle sich hier nach Meinung von Wehrführer Sievering aus der Verantwortung.
Eine gute Ausbildung ist Voraussetzung, um im Notfall optimale Hilfe leisten zu können. 136 Aktive aus der Weserstadt nahmen im letzten Jahr an Lehrgängen und Seminaren teil. Daneben gibt es in Vlotho verschiedene Ausbildungsschwerpunkte. Das Konzept Drehleiterausbildung wurde erst jüngst auf den Weg gebracht. Drehleiter-Helfer unterstützen  jetzt den Drehleitermaschinisten bei den zeitkritischen Einsätzen. Daneben wurden die Schwerpunkte Einsätze mit Gefährlichen Stoffen und Gütern, Absturzsicherung und Atemschutz konsequent weiterverfolgt.
Die Stadt Vlotho investierte im letzten Jahr unfangreich in die Ausrüstung ihrer Feuerwehr. So erhielt die Löschgruppe Uffeln gerade erst ein neues Staffellöschfahrzeug (StLF 10/10). Das Fahrzeug (Typ MAN TGL 8.180, Aufbau Ziegler, Funkrufname 9/48/2) ersetzt ein über 20 Jahre altes Tragkraftspritzenfahrzeug.  Der Wagen bietet Platz für eine Staffelbesatzung – also sechs Personen – und ist mit einem Löschwassertank (1.000 Liter), einer Feuerlöschkreiselpumpe, einer Tragkraftspritze sowie Schmutzwasserpumpe (mit A-Druckschläuchen) ausgerüstet.  Nicht zuletzt aufgrund der guten Ausrüstung konnte die Feuerwehr Vlotho die im Brandschutzbedarfplan vereinbarte zehnminütige Hilfsfrist in 97 Prozent der zeitkritischen Einsätze einhalten. Von den Gästen aus Rat und Verwaltung gab es für diese Leistung Applaus.
Kreisbrandmeister Hackländer ließ ebenfalls noch mit einer positiven Meldung aufhorchen. So werde der Spatenstich für den Neubau der Kreisleitstelle und Umbau der Kreisfeuerwehrzentrale im Mai diesen Jahres erfolgen. In einer ersten Bauphase würde die Leitstelle mit weitere Räumen für den Krisenstab, die Einsatzleitung und das Planspiel erstellt. Für das Bauprojekt ständen insgesamt rund sechs Millionen Euro zur Verfügung. Ob sich die Atemschutzübungswohnung noch realisieren lasse, sei allerdings fraglich, da der Kostenrahmen bereits leicht überschritten werde. „Ich werde mich auf jeden Fall weiter dafür einsetzen!“
Die Dienstzeit des bisherigen stellvertretenden Wehrführers Bernd Meier war im November 2010 ausgelaufen. Seit jener Zeit wurde das Amt von André Storck ausgeübt. Er hatte zuvor das einstimmige Votum seiner Kameraden und des Stadtrates erhalten. Während der Jahresarbeitstagung erhielt Storck schließlich seine Ernennungsurkunde zum  Stadtbrandinspektor.
Bürgermeister Stute nahm dann noch drei besondere Ehrungen vor. So erhielten Heinrich Siekmann und Udo Pentemeier (LZ Vlotho) „in Anerkennung treuer Pflichterfüllung“ das Feuerwehrehrenzeichen in Gold (35 Jahre), während Bernd Meier (LG Exter) mit dem Ehrenzeichen in Silber (25 Jahre) ausgezeichnet wurde.
Wehrführer Torsten Sievering überreichte am Schluss der Arbeitstagung die folgenden Beförderungsurkunden:
Zum Feuerwehrmann
Fabian Meise, Jan Opitz, Michael Repolin, Jan Tiemann, Michael Wollny, Patrick Wollny (alle LG Bonneberg), Oliver Poppensieker, Simon Steiner (beide LG Exter), Philip Störmer (LG Steinbründorf), Willi Kronsich (LG Uffeln), Stefan Müller (LZ Vlotho)
Zum Oberfeuerwehrmann
Manuel Paepke (LG Steinbründorf), Fabian Plettemeier (LG Uffeln)
Zum Hauptfeuerwehrmann
Sven Johanning, Christoph Siekmeier (beide LG Uffeln), Kai Schleef (LZ Vlotho)
Zum Unterbrandmeister
Thorsten Wandel, Michael Wieschnewski (beide LZ Vlotho)
Zum Brandmeister
Frank Bock (LG Uffeln)
Zum Oberbrandmeister
Torsten Schmiedekamp (LG Steinbründorf), Sven Detering (LG Uffeln)
Zum  Stadtbrandinspektor
André Storck (LG Steinbründorf)
                                                                                                      
Text: Jens Vogelsang
Fotos: Vogelsang, Fw Vlotho
 
- Brand einer LKW-Zugmaschine im Industriegebiet Hollwiesen Brand einer LKW-Zugmaschine im Industriegebiet Hollwiesen Thorsten Wandel (l) konnte beim Truppführerlehrgang 1/2010 überzeugen 	und wird von KBM Wolfgang Hackländer ausgezeichnet. Bernd Meier (l) wird als stellvertretender Wehrführer verabschiedet. André Storck (l) erhält seine Ernennungsurkunde zum Stadtbrandinspektor von 	Bürgermeister Bernd Stute. Rechts: Wehrführer Torsten Sievering Besondere Ehrungen: (v.l.) Bürgermeister Bernd Stute, Heinrich Siekmann 	(Ehrung für 35 J.), Torsten Sievering, Udo Pentemeier (Ehrung für 35 J.), 	KBM Wolfgang Hackländer u. Bernd Meier (Ehrung für 25 J.) Zahlreiche Aktive erhalten ihre Beförderungsurkunden Das neue Staffellöschfahrzeug der LG Uffeln.