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Fit for Fire

2015-03-BSA1-620

Feuerwehrleute haben keinen einfachen Job. Einen Wohnungsbrand im Innenangriff zu löschen, gehört dabei zu ihren gefährlichsten Aufgaben.
Die Einsatzkräfte sind dann fast immer giftigem Rauch,  heißen Flammen und einer ständigen Absturz- und Einsturzgefahr ausgesetzt.
10 Vlothoer Feuerwehrkameradinnen und Kameraden erhielten während der vergangenen Tage (05.03.-07.03.2015) in Hüllhorst eine Spezialschulung. Sie probten den Ernstfall in einer mobilen Container-Brandsimulationsanlage, die vom Kreis Herford angemietet worden war.

„Die Einsatzkräfte müssen gerade für das Verhalten im Innenangriff sensibilisiert werden“, sagte Bernd Kröger, stellvertretender Kreisbrandmeister und Ausbildungs-beauftragter des Kreisfeuerwehrverbandes Herford.
Jedes Feuer sei anders und gerade den jüngeren Aktiven fehle oftmals die praktische Erfahrung.
„Das Training in der Simulationsanlage ist deshalb eine sinnvolle Ergänzung zur Atemschutzausbildung an der Kreisfeuerwehrzentrale“, ergänzt André Storck, stellvertretender Wehrführer von Vlotho und gleichzeitig für die Ausbildung in Vlotho verantwortlich.

Mehr als 20 Kilogramm wiegt das Rüstzeug der Einsatzkräfte. Dazu kommen die hohen körperlichen Belastungen bei einem Brandeinsatz.
 
Rund 20 Minuten dauerten die einzelnen Übungsdurchgänge, bei denen in erster Linie die richtige Einsatztaktik und die verschiedenen Löschtechniken beim Innenangriff trainiert wurden. Die Feuerwehrleute gingen jeweils in Zweier-Teams vor.
„Die Mitglieder eines Trupps müssen dabei aufeinander eingespielt sein und sich blind verstehen“, sagte Storck. Wichtig sei die ständige Kommunikation untereinander. „Die Einsatzkräfte geben sich damit gegenseitig die nötige Sicherheit!“
Neben André Storck war auch Nora Timmerberg vom Löschzug Vlotho als Ausbilderin im Simulationscontainer mit dabei und gab den Teilnehmern direkt im Übungsgeschehen wichtige Verhaltenstipps.

Im Inneren hat Pepe Blaul, der von der Betreiberfirma aus Burgstädt in Sachsen kommt, bereits das erste Feuer entfacht.
Per Tastendruck strömt Propangas aus und das aus simulierte Sofa steht lichterloh in Flammen. Die vorgehenden Kameraden beginnen mit den Löscharbeiten. „Die gesamte Anlage ist mit Sensoren ausgerüstet“, erläutert Blaul, der vom Leitstand aus alles im Blick behält. „Sie reagieren auf die Menge des eingesetzten Löschwassers und die dadurch erzeugten Temperaturunterschiede.“ Die Ausstattung der Simulationsanlage bestehe aus Edelstahl und könne deshalb nicht verbrennen, sagt der Fachmann.
Zwei Kameraden in dem Container öffnen inzwischen in geduckter Haltung eine Zwischentür. Mehrere Sprühstöße werden in die Rauchschicht abgegeben, um mit dem fein zerstäubten Löschwasser einen Kühleffekt zu erreichen.
Doch trotz aller Bemühungen der Wehrleute kommt es wenig später zu einer Rauchgasdurchzündung. Das Szenario gehört ebenfalls zum Programm. Flammen züngeln über die Helme der Feuerwehrleute hinweg, sodass diese kurzzeitig den Rückzug antreten müssen. Im Inneren des Containers ist es zwischenzeitlich unerträglich heiß geworden, rund 400 Grad beträgt die Temperatur im Deckenbereich.

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