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Ein Erfolgsmodell feiert Jubiläum.
25 Jahre Jugendfeuerwehr Vlotho

25 Jahre Jugendfeuerweh Vlotho

Vlotho. Für Natascha Meier gehört die Jugendfeuerwehr seit 25 Jahren quasi zur Familie. Die heutige Kreisjugendfeuerwehrwartin zählt gemeinsam mit zehn weiteren Wehrleuten, die ebenfalls in der Feuerwehr aktiv geblieben sind, zu den Gründungsmitgliedern der Jugendfeuerwehr Vlotho. Am Fronleichnamsfeiertag (19.06.2014) wurde die „Formation der ersten Stunde“ von Bürgermeister Bernd Stute ausgezeichnet. Ein besonders üppiges Jubiläumsgeschenk ging an die Jugendgruppe selber: Sie bekam vom Bürgermeister einen (fast) neuen Mannschaftstransporter überreicht. Beim traditionellen Orientierungslauf, der vor der Feierstunde stattgefunden hatte, waren 28 Gruppen an den Start gegangen.

Am 26. Januar 1989 wurde die Jugendfeuerwehr Vlotho gegründet. An jenem Donnerstag konnten der damalige Landesjugendfeuerwehrwart Gustav Henning, Kreisbrandmeister Dieter Wilkening und Stadtbrandmeister Dieter Rethmeier 27 Jungen und sechs Mädchen im Schulungsraum der Feuerwache Vlotho begrüßen. Natascha Meier erinnert sich gerne an die Anfangszeit der Jugendfeuerwehr zurück. Ihr Vater Wolfgang Kenneweg, der während der Gründungsversammlung zum ersten Stadtjugendfeuerwehrwart ernannt worden war, prägte die Nachwuchsarbeit mehr als zehn Jahre lang. Mehrfach ging es unter seiner Leitung nach Braunlage und Sankt Andreasberg im Harz und Carolinensiel an die Nordsee. „Diese Fahrten sind einfach legendär gewesen“, sagt Natascha Meier ein bisschen wehmütig. Genauso wie die gemeinsamen Zeltlager mit der Jugendfeuerwehr Herford-Schwarzenmoor, mit der man in der Anfangsphase eng zusammengearbeitet habe. Das „Superpfingstwochenende“ zum 20-jährigen Bestehen der Jugendgruppe ist für sie außerdem unvergessen geblieben. „Damals sind wir zwischen den Meeren unterwegs gewesen, haben die Berufsfeuerwehr Kiel und das Wattforum besichtigt und im Jugendfeuerwehrzentrum Schleswig-Holstein übernachtet.“ 12 Jahre lang hat Natascha Meier selber den Nachwuchs der Feuerwehr Vlotho geleitet. In der Anfangszeit, so erzählt sie, sei die Jugendfeuerwehr ohne festes Domizil zwischen den Gerätehäusern hin und her „getingelt“. Später diente ein Pavillon an der Grundschule Uffeln als Unterkunft. „Im Mai 2006 konnte schließlich der neue Jugendraum im Obergeschoss der Feuerwache Am Bullerbach bezogen werden.“ Viel Eigenleistung sei dafür erforderlich gewesen, sagt Meier, die ihr Amt als Stadtjugendfeuerwehrwartin erst kürzlich aufgegeben hat und sich jetzt ganz den Aufgaben als Kreisjugendfeuerwehrwartin widmen kann. 25 Jugendliche, darunter zahlreiche Mädchen, zähle der Nachwuchs zurzeit, sagt Michel Horling, der die Jugendgruppe jetzt gemeinsam mit Benjamin Müller und Thorsten Schmiedekamp leitet. „Zwei Aufnahmeformulare konnte ich gerade eben entgegennehmen“, freut sich der neue Jugendwart während der Jubiläumsveranstaltung. Und auch darauf ist man in Vlotho stolz: Die Jugendfeuerwehr wurde in den zurückliegenden Jahren gleich zweimal von der Feuerwehrunfallkasse NRW auf Landesebene ausgezeichnet – und zwar für ihre vorbildlichen Projekte im Bereich der Unfallverhütung.
Für die befreundeten Jugendgruppen, darunter Mannschaften aus den Nachbarkreisen Lippe und Minden-Lübbecke, haben Horling und sein Betreuerteam am Fronleichnamsfeiertag einen Orientierungslauf organisiert, der in diesem Jahr zum 22. Mal(!) stattfindet. An der Strecke, die quer durch die Vlothoer Innenstadt führt, müssen die rund 170 Nachwuchshelfer verschiedene Aufgaben lösen. Direkt an der Feuerwache hat die Löschgruppe Bünde-Ahle ihre mobile Brandsimulationsanlage aufgebaut. Für die Mannschaften geht es jetzt darum, einen „Mülleimerbrand“ mit dem Übungsfeuerlöscher möglichst schnell und effektiv zu löschen. An den weiteren Stationen sind beim Wassertransport per Schubkarre, Schlauchkegeln und Kreuzworträtsel Geschick, Allgemeinwissen, vor allem aber Teamgeist gefragt. Der Ortsverein Vlotho des Technischen Hilfswerks ist ebenfalls mit von der Partie. Von dort kommt der „LKW- Ladekran-Wassergefahren“, ein Dreiachser vom Typ Mercedes-Actros mit 410 PS. Die jungen Helfer müssen nun Fingerspitzengefühl beweisen und ein Gewicht, das am Ladekran hängt, per Fernsteuerung millimetergenau auf einen Ablagepunkt „dirigieren“. Die ganze Aktion erinnert ein wenig an die Fernsehsendung „Wetten, dass …?“. THW-Mann Andreas Bartels hat noch schnell einige Informationen zur Arbeit der Bundesanstalt parat: Zuletzt seien die Vlothoer nach dem schweren Unwetter zu Pfingsten gemeinsam mit der Feuerwehr in Essen im Einsatz gewesen. Am Ende kann die Jugendgruppe Kalldorf 2 den Orientierungslauf mit 1.490 Punkten für sich entscheiden. Auf den weiteren Plätzen folgen die Jugendfeuerwehren Löhne-Bahnhof (1.471 Punkte) und Kalletal-Lüdenhausen (1.453 Punkte). Für besonders umsichtiges und hilfsbereites Verhalten werden die Jungfeuerwehrleute aus Herford mit dem Fairnesspokal ausgezeichnet.
Während der Feierstunde zum Gründungsjubiläum bezeichnete Vlothos Bürgermeister Bernd Stute die Jugendfeuerwehr als Erfolgsmodell. Er bedankte sich besonders bei den Betreuern, die sich zuverlässig und mit großem persönlichem Einsatz um die Jugendlichen kümmerten. Nach den Worten von Wehrführer Torsten Sievering habe sich die gute Jugendarbeit, die in der Weserstadt geleistet werde, über die Kreisgrenzen hinaus herumgesprochen. 144 Einsatzkräfte zähle die Feuerwehr Vlotho zurzeit, 59 davon seien im Verlaufe der letzten 25 Jahre aus der Jugendfeuerwehr hervorgegangen, resümierte er. Freuen durfte sich die Jugendfeuerwehr Vlotho über einen (fast) neuen Mannschaftstransporter vom Typ Ford-Transit. Die Anschaffungskosten für den drei Jahre alten Wagen, Sievering bezifferte sie auf rund 20.000 Euro, seien aus dem Verkaufserlös für das alte Tanklöschfahrzeug 24/50 finanziert worden. „Unser Wehrführer hat beim Kauf des neuen Gebrauchten blendend verhandelt“, bescheinigte Bürgermeister Stute „seinem“ Feuerwehrchef, der im Hauptberuf Finanzbeamter ist. Zum Abschluss ehrte der Verwaltungschef Andreas Distelmeier, Bianca Hartwig, Marco Hartwig, Maik Heidemann, Natascha Meier, Ralf Meise, Stefan Ortmeier, Dirk Rethmeier, Thorsten Schmiedekamp, André Storck und Stefanie Tismer mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen in Silber des NRW-Innenministeriums. Die Elf gehören zu den Gründungsmitgliedern der Jugendfeuerwehr und sind ihrer Feuerwehr Vlotho als aktive Einsatzkräfte weiterhin treu geblieben.

  Von Jens Vogelsang
      (Text u. Fotos)






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Das THW vom Ortsverein Vlotho ist mit seinem „LKW-Ladekran-Wassergefahren“
(Rufname: Heros Vlotho 36/45) angerückt (Typ: Actros 3341).


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Tim dirigiert …


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Moritz (l) steuert u. THW-Mann Mirco Engelking behält alles im Blick.


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Am Ende ist die Gruppe Kalldorf 2 stolz, alle Aufgaben der THW-Fachgruppe-
Wassergefahren gelöst zu haben.

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Die Jugendfeuerwehr Hiddenhausen-Eilshausen beim Wassertransport der
besonderen Art.


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Ziehen die Blicke auf sich: Die Mannschaft Rödinghausen-Süd ist mit ihrem
Feuerwehreinsatz-Bollerwagen unterwegs. Jugendwart Achim Honerkamp:
„Das Gefährt verfügt über Blaulichter, Frontblitzer, Signalhorn, Stereoanlage
und bietet Platz für zwei Getränkekisten!“


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Sechs Positionen (auf einer Bank stehend) komplett zu wechseln (ohne daneben
zu treten) ist gar nicht so einfach, stellt die Jugendfeuerwehr Kirchlengern fest.






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Konzentration: Die Jungfeuerwehrleute aus Herford beim Pingpong-Spiel unter
der Weserbrücke.





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Die Mädchen der Jugendfeuerwehr Holzhausen (Porta-Westfalica) stecken die
Köpfe zusammen. Es geht darum, Städtenamen aus einem Rätsel herauszufinden.
Wertungsrichter Thomas Prüßmeier: „Ein Team hat 36 erkannt, ein anderes nur 13!“





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Die transportable Brandsimulationstechnik der Feuerwehr Bünde macht es möglich:
Mit einem Feuerlöscher müssen die jungen Helfer einen „Mülleimerbrand“
ablöschen.


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Das neue Mannschaftstransportfahrzeug der Jugendfeuerwehr Vlotho: Ein (fast)
neuer Ford-Transit (Ausbau Dernedde GbR, Bad Lauterberg/Harz)





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Marco Hartwig (m) wird von Bürgermeister Bernd Stute (l) u. Wehrführer Torsten
Sievering (r) mit dem Ehrenzeichen in Silber des NRW-Innenministeriums
ausgezeichnet.





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Gruppenfoto aller Geehrten: Elf heute noch aktive Feuerwehrleute gehören zu den
Gründungsmitgliedern der Jugendfeuerwehr Vlotho.





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Platz 1 für die Jungfeuerwehrleute aus Kalldorf, die den Siegerpokal in die Höhe
recken.



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Ein Foto mit Erinnerungswert: Die Jugendfeuerwehr Vlotho mit ihrem 1. Jugendwart
Wolfgang Kenneweg (rechts vorne) kurz nach der Gründungsversammlung im
Januar 1989.